Das Fränkische Seenland
Das Fränkische Seenland ist eine ländlich geprägte und relativ dünn besiedelte Region südlich von Ansbach und westlich von Weißenburg im bayrischen Regierungsbezirk Mittelfranken. Die Seen, denen die Region ihren Namen verdankt, sind erst vor wenigen Jahren durch Aufstauen künstlich angelegt worden. Daher wird mitunter die Bezeichnung "Neues Fränkisches Seenland" für die Region verwendet.
Das Fränkische Seenland als Urlaubsregion
Die Städte und Gemeinden der Region liegen fast durchweg auf einer Höhe von ca. 400 bis 450 m und bestehen meist aus einem Hauptort und mehreren, teils sehr kleinen Teilgemeinden. Einige der größeren Städte und Gemeinden der Region sind: Gunzenhausen (ca. 16.500 Einwohner), Spalt (ca. 5.000 Einwohner), Wolframseschenbach (ca. 3.000 Einwohner), Merkendorf (ca. 2.800 Einwohner), Muhr am See (ca. 2.300 Einwohner). Die Landschaft des Fränkischen Seenlandes ist flach bis leicht hügelig und teilweise bewaldet. Damit sind natürlich die Bedingungen für die Ausübung von Sportarten wie Wandern, Radfahren und Nordic Walking sehr günstig. Und auch der fast 700 m hohe Hesselberg, der sich am südwestlichen Rand der Region erhebt, ist recht gut zu besteigen. Ein Ausflug dorthin lohnt sich ohnehin: Der Rundblick von oben ist fantastisch. Seine Berühmtheit verdankt der Hesselberg aber vor allem den Fossilien, die hier gefunden wurden. In der Region befanden sich vor ca. 2.000 Jahren römische Siedlungen. Hier verlief auch der Limes, der Grenzwall, den die Römer gegen die Germanen errichtet hatten. Reste dieses Walles sind beispielsweise im Burgstallwald bei Gunzenhausen zu besichtigen. Auch Bauwerke aus dem Mittelalter sind in der Region noch zu finden, u.a. in Gunzenhausen und Wolframseschenbach. In Gunzenhausen stehen noch mittelalterliche Befestigungstürme, die heute sehr romantisch wirken, und die Stadtmauer ist zum Teil erhalten. Wolframseschenbach kann sogar eine vollständig erhaltene Stadtmauer sein eigen nennen. Die kleine Stadt ist überhaupt ein wichtiges Ausflugsziel, denn hier befindet sich im Liebfrauenmünster die Grabstätte des Wolfram von Eschenbach, der zu den wichtigsten Schriftstellern des Mittelalters zählt. Ihm hat die Stadt auch ein Museum gewidmet. Weitere Museen in der Region sind einen Besuch wert, z.B. das Heimatmuseum Merkendorf und das Hopfen-und-Bier-Museum in Spalt. Hier ist der Hinweis angebracht, dass in der Region, besonders rund um Spalt, viel Hopfen angebaut wird. In der Gegend existieren auch noch einige kleine Brauereien. Zu den fränkischen Spezialitäten wie Würsten und Brezeln schmeckt das Bier besonders gut!
Der Altmühlsee
Der See wurde zwischen 1975 und 1985 angelegt. Damals wurde die 5,5 m hohe Staumauer errichtet, die das zufließende Wasser zurückhält. Der Zufluss des Altmühlsees stammt aus dem Fluss Altmühl. Vom Fluss wird Wasser in den See abgeleitet - der Fluss selbst verläuft nördlich am See vorbei. Der Altmühlsee ist 3,5 km lang und 1,5 km breit. Die größte Tiefe beträgt 2,5 m. Die Wasserfläche umfasst insgesamt 450 ha, davon entfallen 250 ha auf den See selbst, 200 ha auf eine Flachwasserzone plus die Fläche der Vogelinsel, einer künstlichen Lagunenlandschaft. Das abfließende Wasser wird durch einen Überleitungskanal in den Kleinen Brombachsee transportiert. Der Altmühlsee dient wie die anderen Seen des Fränkischen Seenlandes als Naherholungsgebiet. Sportarten wie Schwimmen, Surfen, Kitesurfen, Tauchen und Angeln können hier betrieben werden. Der Uferweg, auf dem man den See zu Fuß oder mit dem Rad umrunden kann, ist 12,5 km lang. Am Ufer bei Muhr am See befindet sich ein "Seezentrum". Das ist ein Freizeit- und Naherholungszentrum mit Bootsverleih, Fahrradverleih und natürlich dem Strandbad. (An allen Seen des Fränkischen Seenlandes wurden schöne Sandstrände angelegt!) Zwei weitere Seezentren gibt es am Altmühlsee, nämlich Schlungenhof und Wald. Zwischen den drei Zentren verkehrt im Sommer das Ausflugsschiff "MS Altmühlsee". Ökologisch interessierte Touristen besuchen gern die Vogelinsel. Wie der Name andeutet, brüten und rasten hier zahlreiche Vögel. In einem Informationszentrum und auf einem ornithologischen (= vogelkundlichen) Lehrpfad können sich die Besucher über die Ökologie der Region informieren.
Der Kleine und der Große Brombachsee
Der Kleine Brombachsee, dessen 18 m hohe Staumauer zwischen 1975 und 1985 errichtet wurde, wird aus dem Brombach und aus dem Kanal vom Altmühlsee her gespeist. Dieser See speist wiederum den Großen Brombachsee, der östlich von ihm liegt, durch eine Staumauer getrennt. Der Kleine Brombachsee ist 2,5 km lang, 1 km breit und bis 13,4 m tief. Er hat eine Wasserfläche von 25 ha. Der Rundweg um den Kleinen Brombachsee ist 8,5 km lang. Zwei Seezentren befinden sich am Ufer, und zwar in Langlau und Absberg. Der Große Brombachsee, der wie erwähnt sein zufließendes Wasser aus dem Kleinen Brombachsee bezieht, entstand zwischen 1983 und 1999 durch den Bau seiner Staumauer. Dieser größte See des Fränkischen Seenlandes ist 5,1 km lang, 2 km breit und bis 32,5 m tief. Die Wasserfläche umfasst 870 ha. Auch dieser See kann auf einem (Rad-)Wanderweg umrundet werden. Das erfordert allerdings schon etwas Kondition: Der Weg ist nämlich 17,5 km lang. Ein Ausflugsschiff (MS Brombachsee) verkehrt in der schönen Jahreszeit zwischen den fünf Seezentren (Ramsberg am See, Pleinfeld-Süd, Allmannsdorf, Absberg-Seespitz, Enderndorf am See). Das Wasser des Großen Brombachsees fließt in die Regnitz. Das Wasser aus dem See wird also nach Nordbayern geleitet, wo im Vergleich zu Südbayern von Natur eher Wasserarmut herrscht. Gleichzeitig werden die Menschen in Südbayern durch die Stauseen des Fränkischen Seenlandes vor Hochwasser geschützt.